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SCHISSLAWENG – Da fliecht euch der Schlüppa weg!!!

Comics Kwimbi Rezensionen, Besprechungen & Kritiken

SchisslawengDer Beruf des Comiczeichner besteht daraus, den lieben langen Tag bunte Bilder von lustigen kleinen Männchen, muskelstrotzenden Superhelden oder verführerische Schönheiten zu malen und dafür auch noch Geld zu bekommen.

Der Traumjob
So oder so ähnlich, würde das Bild des Comiczeichners wohl beschrieben werden, fragte man eine beliebige Person auf der Straße. “Klar”, so würde vielleicht weiter ausgeführt, “das ist halt auch ein Beruf, aber kein richtiger eben. Comics malen ist halt mehr Spaß als Arbeit.”
Ob das Leben als selbständiger Comickünstler aber wirklich nur aus lange ausschlafen, entspannten Convention-Besuchen und noch allerlei anderem Spaß besteht, erfährt man seit 2012 in Marvin Cliffords wöchentlich erscheinender Webcomic-Serie Schisslaweng.

Schisslaweng 1 (Panini)

Schisslaweng 1 (Panini)

Bunter Alltag
Mal banal, mal völlig an den Haaren herbei gezogen, aber immer brüllend komisch, berichtet Schisslaweng (jeden Mittwoch und 15. des Monats) vom alltäglichen Wahnsinn als Comiczeichner.
Dass man als solcher aber nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum lebt, beweisen auch die sympathischen Episoden, in denen die absurden Momente im Leben im Vordergrund stehen. Dabei gibt Clifford jeder dieser kleinen Geschichten seinen ganz eigenen Dreh, so dass man sich zwar immer auch selbst in ihnen wiederfinden kann, dank der comichaften Überzeichnung, aber meist nicht umhin kommt, einfach nur amüsiert zu schmunzeln.
Mit meisterhafter Präzision gelingt es ihm dabei stets, auch bei den alltäglichsten Momenten, besonders die komischen Aspekte in den Vordergrund zu rücken, womit das Kichern über den neuen Schisslaweng, letztlich auch ein befreiendes Lachen, angesichts der Tatsache ist, dass sich solche und ähnliche Situationen auch im Leben anderer Menschen abspielen.

Vom Webcomic zum Sammelband
Mitte vergangenen Jahres erschien Schisslaweng dann endlich auch als Sammelband. Da aber die Erstauflage bereits schon nach wenigen Tagen völlig vergriffen war (wen wunderts), erschien dann Ende des Jahres eine zweite, erweiterte Auflage, mit über 30 Seiten mehr und versehen mit einem Vorwort vom preisgekrönten Comiczeichner und Cartoonisten Flix (Heldentage, Schöne Töchter, Don Quijote, Ferdinand)

UPDATE +++ UPDATE +++ UPDATE
Ab 10. März 2015 erscheint Schisslaweng mit 64 Seiten im Hardcover, für 9,99 € bei >>Panini<<..

Übrigens

  • Auf der Manga-Comic-Convention/Leipziger Buchmesse (12.-15. März) signiert Marvin Clifford täglich den druckfrischen Schisslaweng-Band (s.u.) als Gast von Panini (Halle 1 / Stand H205), zudem wird es am Messe-Samstag ein Podiumsgespräch (Schwarzes Sofa) mit ihm geben, zum Thema „Vom Online-Comic zum Cartoon-Buch“, und Live-Zeichnen auf der großen Bühne am Sonntag.
  • Schisslaweng erhielt 2014 den begehrten Max & Moritz-Publikumspreis des Internationalen Comicsalon Erlangen.
  • Zur Schisslaweng-Website geht es >>HIERLANG<<

Der Comic-Webshop Kwimbi vertreibt die alte zweite Auflage des Sammelbandes von Marvin Cliffords Schisslaweng, mit 102 Seiten im Hardcover, für 23 €

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HIPSTERS versus…

Comics JAZAM Kwimbi Rezensionen, Besprechungen & Kritiken Zwerchfell

Hipsters2Die lieben Kollegen von JAZAM haben mir kürzlich eine ganz besondere freude gemacht und mir ein Rezensionsexemplar von Adrian vom Baurs Hipsters versus… zugeschickt. Bevor ich aber auf dessen Inhalt eingehe, möchte ich vorab auf folgende Frage eingehen:

Was sind Hipster?

Hipster ist ein im frühen 21. Jahrhundert in den Medien verbreiteter, zumeist etwas spöttisch gebrauchter Name für eine Subkultur, deren Angehörige ihrem Szenebewusstsein – bei Gleichgültigkeit dem Mainstream gegenüber – ignorant bis extravagant Ausdruck verleihen.

-dt. Wikipedia

In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Hipster-Kultur vor allem durch zwei Dinge charakterisiert.
Das Eine ist der hipstertypische Modestil, der sich sowohl bei den großen Subkulturen der 1940er Jahre bedient, als auch bei den zeitgenössischeren Emos.
Nerdbrillen, Bärte, Flanellhemden, Röhrenjeans, aber auch Tattoos, Piercings und der Besitz von Apple-Produkten brandmarken den Hipster.
Das Andere ist, der vergebliche Versuch, als individuell zu erscheinen, was allein schon durch den Fakt ad absurdum geführt wird, dass das Hipstertum als Subkultur gleichgesinnte Anhänger versammelt.
Einziger Ausweg aus diesem Dilemma: Der wahre Hipster würde nie zugeben, ein Hipster zu sein.

Darum geht es
Nachdem das nun geklärt wäre, kann man sich ein ziemlich gutes Bild von den Protagonisten des Comics machen. Hauptakteur Leo ist der absoluter Urvater aller Hipster. Er kannte jeden und alles, und zwar genau schon zu der Zeit, wo sie noch nicht jeder kannte und sie cool fand. Auch in seinem Kleidungsstil drückt sich diese oft großkotzig, überhebliche Haltung aus, denn alles was er trägt ist entweder total trendy oder ein ironisches Statement gegen den Mainstream, je nachdem, was die Situation gerade erfordert.

Cover HIPSTERS versus...

Cover HIPSTERS versus…

Stets mit von der Partie sind seine treuen Gefährten, Nike, die einzig sein prätentiöser Charakter davon abhält, ihm auf ewig zu verfallen, Steven, der Hipster-Nerd und Tom, die vollbärtige Hipster-Antwort auf South Parks Kenny.
Gemeinsam erlebt die hippe Clique ganz erstaunliche Abenteuer, die sie auf Vampire, Dinosaurier, zeitreisende Aliens (oder doch nicht?) und Killerroboter treffen lässt und sie in die Hölle, den Himmel und noch ganz andere Dimensionen führt. Wenn man Hipsters auch nicht unterstellen kann, dass alle Geschichten einen Sinn ergeben, so glänzen die absurden Episoden jedoch stets durch Unvorhersehbarkeit und ein schier unfassbares Maß an Fantasie.
Hipster balanciert zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Kunst und Klamauk, ist sich dabei aber stets seiner ureigensten Aufgabe bewußt: zu unterhalten.

Gastbeiträge
Wer am Ende der baurschen Reise gerne noch verweilen will in der Welt der Hipster, der wird am Ende des Buches dazu eingeladen, dies mit den Gastbeiträgen anderer Zeichner zu tun. Hier interpretiert, verulkt und verhunzent eine Auswahl des feinsten, was die deutsche Comicszene derzeit herzugeben vermag: David Füleki, Tim Gaedke, Heiko Hörnig & Marius Pawlitza, Schlogger, Maximilian Hillerzeder und Dominik ‚Pete‘ Wendland.

Mut zur Lücke
Dieser Band hat fast alles: Polarisierende Charaktere, lustige Stories, interessante Wendungen und coole Gastbeiträge. Was er nicht enthält sind die ersten zwei Comics der Hipster-Reihe Hipsters versus Monsters und Hipsters vesus Zombies. Diese wurden nicht mit in den Band aufgenommen, da sie „‚ursprünglich in anderen Print-Publikationen erschienen waren und vom Format und Stil her nicht in dieses Buch gepasst hätten.“
Da aber schon der erste Strip ein besonderes Storyelement der Hipsterabenteuer einführt, möchte ich euch diese nicht vorenthalten und habe sie dort oben für euch verlinkt.

Fazit
Hipsters versus… ist ein schönes Beispiel dafür, was Webcomic so beliebt macht und dass sie auch in Buchform, also ausserhalb ihres natürlichen Elements, weiterhin  funktionieren. Die Zeichnungen sind lustig, die Geschichten abgedreht und der Humor kommt bei alledem auch nicht zu kurz.
Was will man mehr?

Hier geht es zur >>Leseprobe<<

Hipsters versus… von Adrian vom Baur erscheint mit 80 Seiten im Softcover, für 14,- € bei Zwerchfell und kann direkt im JAZAM!-Web-Shop oder über den Webcomicshop Kwimbi geordert werden.

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