JACK THE RIPPER – Bloody Hell!

Jack the Ripper2Erinnert ihr euch noch, dass ich in dem Beitrag zu Asgard auch die Splitter Doubles vorgestellt habe? Nicht? Na, dann holen wir das mal schnell nach, bevor es gleich zum nächsten spannenden Band dieser Reihe geht. Und der hat es wirklich in sich.

Die Splitter Double-Alben fassen kurze Comic-Reihen, in einer großformatigen Gesamtausgabe zusammen. Somit bietet euch Splitter abgeschlossene Stories und kompakten Lesespaß, zu einem äußerst günstigen Preis in einem Buch an. Mehr zu den anderen Double-Alben findet ihr hier.

So! Da wir das nun geklärt haben, geht es auch gleich ohne viel Federlesens weiter zur Rezension des Doubles Jack the Ripper:

Worum es geht
Bei Jack the Ripper handelt es sich um einen Krimi der ganz besonderen Art. Liegt der Reiz vieler Kriminalgeschichten darin, den Mörder zu erraten, noch bevor er auch im Rahmen der Erzählung enthüllt wird, beginnt die Geschichte Jack the Rippers mit eben dieser Enthüllung:

"Ich Frederick Abberline... Ich bin Jack the Ripper."
„Ich Frederick Abberline… Ich bin Jack the Ripper.“

BUMM! Der saß. Doch anders als gewohnt ist der Fall mit der Entdeckung der Identität des Missetäters nicht zu ende. Viel mehr berichtet der Comic von den Umständen, die den Verblichenen davon überzeugen, selbst der Schlitzer zu sein.
Dabei folgen wir Frederick Abberline, seines Zeichens Inspektor der Central Office Division des Schotland Yard, durch die finsteren Gassen der Elendsviertel des frühindustriellen Londoner East-Ends. Dort ist er selbst nämlich mit der Aufklärung im Fall des als Jack the Ripper bekannten Serienmörders betraut. Wer nun anmerken mag, das sei ja ein Leichtes, da er selbst doch der Mörder sei, dem soll gesagt sein, die ganze Warheit ist dies nicht. Denn wo bliebe denn da der krimitypische Rätselspaß, wenn allein die Kenntnis der Personalien des Täters schon alles wäre.
So lassen die, bei den Ermittlungen auftretenden Irrungen und Wirrungen, Abberline auch bald auf eine internationale Verschwörung stoßen und zwischenzeitlich gar eine Reise nach Paris unternehmen. Als ihn schließlich seine Vergangenheit in den londoner Elendsvierteln einholt, ist der Umstand schon fast vergessen, wer der Protagonist eigentlich sein soll, bei dessen spannenden Abenteuern man da mitfiebert.
Bei diesem Comic ist definitiv der Weg das Ziel. Denn wenn der Mörder der Geschichte schon bekannt ist, so muß die typische Krimi-Spannung durch das Verfolgen von dessen Werdegang aufkommen.

Die Macher
Francois Deboises Zeichnungen fangen die Idee eines spätviktorianischen Londons sehr stimmungsvoll ein. Die nebligen Straßen und Gassen, die Kleidung und Menschen, alles unterstreicht die düstere Stimmung einer Stadt, die atemlos der nächsten Greueltaten des diabolischen Gewaltverbrechers harrt.
Und während zugleich der Fortschritt die Menschheit in neue Höhen zu heben verspricht, stürzt die resultierende Arbeitslosigkeit einen großen teil der Bevölkerung in Armut und Elend. Auch diesen Zwiespalt spiegeln die Handlungsträger selbst wieder. So verkommt der stattliche Abberline immer mehr zum ungepflegten, von seiner Besessenheit Getriebenen, während sein moppeliger Sidekick George zum Ende hin immer mehr einem eleganten Helden ähnlich wird.
Wer schließlich nicht genug von Deboises Arbeit bekommen kann, dem gibt Splitter im Anhang an den eigentlichen Comic noch die Möglichkeit einige Arbeitsskizzen und Notizen des Künstlers zu begutachten.

Cover Jack the Ripper
Cover Jack the Ripper

Jean-Charles Poupards Story besitzt eine faszinierende Tiefe, die sich gar nicht erst mit den üblichen Ripper-Klischees beschäftigt. Stattdessen zeichnet er ein Bild voller Spannung und Intrige, das den Leser bis zur letzten Seite nicht losläßt. Verschwörungen, politische Interessenkonflikte, familiäre Streitigkeiten, finstere Geheimnisse, die in einer nebelhaften Vergangenheit lauern; diese Geschichte hat einfach alles. Und am Ende? Tja am Ende steht die Gerechtigkeit. Doch ob sie nun den Ripper ereilt oder jene, deren Schicksal über diese dichte Erzählung untrennbar mit dem seinen verbunden ist, lest selbst.

 


Fazit

Wem Gangs of New York oder From Hell gefallen hat, der findet die Stimmung dieser Filme in Splitters bisher spannendster Kriminalgeschichte wieder. Jack the Ripper vereint atmosphärische Bilder und eine spannend erdachte, abwechslungsreiche Story zu einer der besten Geschichten, die sich je den Stempel des Rippers aufdrücken durften.

Hier geht es zur >>Leseprobe<<

Jack the Ripper von Francois Debois und Jean-Charles Poupard erscheint mit 112 Seiten im Hardcover, für 22,90 € bei Splitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen