Lost in Translation #01 – Who the Fuck is Johnny?

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Lost in Translation

Die Arbeit als Comic-Übersetzer macht einen Riesenspaß, wird aber oft unterschätzt oder gleich völlig ignoriert. Zu Unrecht, wie ich finde, denn oft werden hier bereits im Vorfeld Fragen und Probleme geklärt, die den fertigen deutschen Comic erst zu einem runden Produkt machen und ihn manchmal sogar noch aufwerten. Diese Artikelreihe bietet kleine Einblicke in den Übersetzer-Alltag und die Abenteuer, die es dabei zu überstehen gilt.

Who the fuck is Johnny?

Diese Frage ergab sich während der Arbeit am Superboy-Band Nr. 6, der Ende diesen Monats in den Handel kommt und die Reihe in einem furiosen Finale abschließt.
Ziemlich in der Mitte des Bandes entspinnt sich ein Dialog zweier Lieferfahrer, die ein prekäres Päckchen in eine STAR-Labs-Verwahrungseinrichtung zu transportieren haben. Bei den Fahrern handelt es sich um den großmäuligen Stevie und seinen etwas vernünftigeren Kumpel Bobby.
Obwohl sich neben Stevie, Bobby und dem besagten Päckchen, niemand sonst in dem Lieferwagen aufhält, beschwert sich Bobby plötzlich bei einem Johnny über dessen furchtbaren Fahrstil.
Nun kann man mit ein wenig Fantasie natürlich einige Erklärungen für die überraschende Anwesenheit einer weiteren Person anführen. Da ich jedoch faul bin, lasse ich lieber andere Leute für mich arbeiten und so beschloss ich kurzerhand, Aaron Kuder, den Autor des Comics, anzutwittern:

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und so informierte mich Aaron – der aktuell für das geniale Artwork der Superman-Serie Action Comics verantwortlich zeichnet – dass der geheimnisvolle Johnny sich wohl auf Kosten von Stevie in den Vordergrund gespielt habe:


Das Ergebnis dieses kleinen Exkurses kann man sich hier ansehen:

Superboy

Bye-bye, Johnny!

Während die Leser der US-Ausgabe Superboy Nr. 31 sich wohl auch weiterhin den Kopf darüber werden zerbrechen müssen, wer denn nun eigentlich dieser Johnny ist, können die Leser der deutschen Panini-Ausgabe – unbehelligt ob solcher gemeiner Rätsel –  ruhig schlafen.

Somit habe ich einmal mehr die Welt gerettet. Und auch ein weiteres Mal, wird niemand je davon erfahren.

Ein ganz normaler Tag für einen Comic-Übersetzer eben.

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