ORK-SAGA Band 1 – Dick und Doof in Mittelerde

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Dank Peter Jacksons-Adaption von Tolkiens Der Herr der Ringe brach Anfang des neuen Millenniums ein regelrechter Fantasy-Hype aus. Wer bis dahin nie ein großer Leser gewesen war und dennoch mitreden wollte, der war mit dem Erscheinen von Stan Nicholls Die Orks, im Heyne Verlag, nicht länger darauf angewiesen sich durch Tolkiens stellenweise recht dröges Originalwerk zu quälen. Die im englischen Original als Trilogie erschienene Geschichte, war auf der Insel zwar gut verkauft worden, doch erst in Deutschland begannen die Orks ihren eigentlichen Siegeszug.

Ork-Saga CoverÄhnlich wie die Harry Potter-Romane nur wenige Jahre zuvor selbst den überzeugten Lesemuffel zum Dauerleser verzaubert hatten, traf man nun die unwahrscheinlichsten Gestalten mit dem Ork-Schmöker im Anschlag. Es kam, wie es kommen musste, der Heyne Verlag schnappte sich ein paar bislang eher unbekannte freie Autoren und ließ sie auch die anderen Fantasy-Völker beackern. Heraus kamen dabei unter Anderem Markus Heitz‘ Die Zwerge und Bernhard Hennens Die Elfen. Zwar hat Piepers Ork-Romanreihe, aus der Feder von Michael Peinkofer, mit Nicholls Romanen nur den Namen nach etwas zu tun, ein cleverer Schachzug war es aber dennoch mit dem Titel Die Rückkehr der Orks auf den -bereits mit Volldampf fahrenden- Fantasy-Zug aufzuspringen.

Und der Erfolg gibt ihnen recht. Die bislang fünf Romane der Saga um die beiden Orkbrüdern Rammar und Balbok, verkaufen sich wie geschnitten Brot und öffneten zugleich Peinkofers Trilogien Die Zauberer und Die Könige Tür und Tor. Deren Handlung spielt im gleichen Fantasy-Reich wie die Ork-Saga: Der Erdwelt. Doch nun erobern die ungleichen Ork-Brüder auch die Welt der neunten Kunst. Steigbügelhalter für diesen Eroberungsfeldzug ist mal wieder der ambitionierte Cross Cult-Verlag aus Ludwigsburg. Dieser hat den dänischen Künstler Peter Snejbjerg (Light Brigade) engagiert, um die Orks in Bilder zu bannen. Die Aufgabe den Romanstoff auf Comiclänge einzudampfen hat dabei Jan Bratenstein, der als Übersetzer der Angry Birds-Comics des Kinderlabels von Cross Cult bekannt ist.

Screenshot (64)Der erste Band der Ork-Saga heißt dann natürlich Zwei Brüder und erlaubt dem geneigten Leser ein paar erste Einblicke in die Gefilde von Erdwelt. Doch mystische Bauwerke hin, verwunschene Dornenhecken her, schnell kehrt der Fokus der Aufmerksamkeit zu Rammar und Balbok zurück. Und noch schneller wird klar, diese beiden kennen wir. Zwar hatten die Komikerlegenden Stan Laurel und Oliver Hardy bei weitem eine gesünderen Hautfarbe und keinen derart ausgeprägten Überbiss, ansonsten ist die Ähnlichkeit aber eindeutug. Auch hier ist’s der lange Dürre, der duch seine verträumte und treuherzige Art von einem Abenteuer ins nächste stolpert, während der dicke Übellaunige stets nur darauf bedacht ist, Problemen aus dem Weg zu gehen und seinen aberwitzigen Kumpan noch ein Mal dem Rachen des Todes zu entreißen. Dabei zetern und streiten, knuffen und puffen und torkeln sie direkt in Richtung Untergang aber auch in unsere Herzen.

Fazit: Band 1 der Ork-Saga, Zwei Brüder, lädt ein, die typische Fantasywelt a la Tolkien ein Mal aus der Perspektive von zwei trotteligen aber liebenswerten Vertretern der Orks zu betrachten und kann nicht nur deshalb als völlig verrückt bezeichnet werden. Für die Freunde humoriger Fantasy-Kost ist dieser Band rundum zu empfehlen. Lauscht den Kriegstrommeln, die Orks sind auf dem Vormarsch!

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Ork Saga 1 – Zwei Brüder
Text: Jan Bratenstein (nach einem Roman von Michael Peinkofer)
Zeichnungen: Peter Snejbjerg
Cross Cult, HC, Farbe, 48 Seiten, € 14,95

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