Das Ding mit der Sprechblase

Comics gibt es wie Sand am Meer und auch die Literatur über Comics bietet nicht wenig Lesestoff. Oftmals ist diese aber auf Englisch oder mit englischen Fachwörtern durchsetzt. Das fällt dann besonders auf, wenn es um so winzige, aber essenzielle Themen geht wie zum Beispiel: Wie heißt das Ding, das von der Sprechblase auf die sprechende Person zeigt?

Im Englischen heißt es einfach „Tail“, was sich plump mit „Schwanz“, poetisch als „Schweif“ oder ornithologisch als „Bürzel“ übersetzen ließe. Doch wer will schon von dem Sprechblasenschwanz oder- schweif reden? Und ist der Bürzel auch Nicht-Donaldisten ein Begriff?

Sieht man auf der umstrittenen Wissensquelle Wikipedia nach, ist dort die Rede vom „Hinweisstrich“. Sinnig, verweist dieser „Strich“ doch auf die sprechende Person. Klingt nur sehr technisch und wenig phantasievoll.

Bleibt schließlich noch, die Frage direkt an die deutschsprachige Comicgemeindschaft zu richten. Begriffe sind schließlich Konventionen, auf die sich eine Gruppe zwecks Verständigung geeinigt haben. Gesagt getan und so ergab sich nach einer twitter-Umfrage folgendes:

Der eindeutige Gewinner „das Ding“ zeigt (wie bereits in der Einleitung dieses Artikels), dass hier in vielen Fällen eine eindeutige Begrifflichkeit fehlt. Der Zweitplatzierte „Krandömpel“ (hier versehentlich mit einem „N“ zu wenig geschrieben) ist dann auch gleich der Begriff mit dem meisten Tiefgang.

Begriffserklärung: Man bezeichnet diesen Teil einer Comic-Sprechblase als Krandömpel oder auch Storchenfeder, weil er ähnlich geformt ist wie eine solche. In der alten Zeit galten Störche nicht nur als Überbringer guter Nachrichten, sondern auch Boten zwischen der realen und der fiktiven Welt.
Das Wort setzt sich aus dem, aus dem Altgriechischen stammenden Begriff γέρανος („Kranich“) und dem niederländischen dompelen („eintauchen“) ab, womit der in Zeichentusche eingetauchte Federkiel als Schreib- und Zeichengerät gemeint ist, mit dem die alten Meister ihre Sprechblasen und den Sprechenden, quasi mit flotter Feder, verbunden haben.

Damit ist der Krandömpel auch mein eindeutiger Favorit, den ich hiermit hochoffiziell als Fachbegriff und deutsches Gegenstück zum englischen „Tail“ vorschlage.

Übrigens möchte ich euch die Anderen Vorschläge, die im Verlauf der erwähnten Umfrage fielen nicht vorenthalten.

Nachtrag:
Mittlerweile sind, dank euch, so viele weitere Begriffe dazugekommen, dass ich die Liste kurzerhand um diese ergänzt habe:

  • Ding(s)/Dingens/Dingsi
  • Dorn
  • (Sprechblasen-)Fahne/Fähnchen
  • Haken/Häkchen/Hakkerl
  • Nübbel
  • (Werhatsgesagt)-Nippel
  • Pimmel
  • Pointer
  • Rüssel
  • Schniepi/Schniepel/Schnippel
  • Trichter
  • Tülle
  • Zacken
  • Zeiger
  • Zipfli
  • Zipfe(r)l

Sind euch andere Begriffe geläufig oder nutzt ihr diese sogar selbst, beim Besprechen oder Erstellen von Comics? Schreibt sie mir in die Kommentare.

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