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Der Drache ist los

Schanghai 1937. Die kaiserliche japanische Armee überfällt die Küste Chinas und plötzlich wird die Erinnerung an die alte Prophezeiung wach, nach welcher Xi Gong, der Große Schwarze Drache der Endzeit, zurückkehren soll, wenn die Menschheit im Kampf um die Herrschaft, kurz davor steht sich selbst auszulöschen.

Derlei Situationen scheint der berühmte Chinesische Fluch zu entstammen: Mögest du in interessanten Zeiten leben. Für die kleine Waise Yin und ihren Großvater, den alten Fischer Liu jedenfalls, brechen höchst interessante Zeiten an. Denn als sie statt Fischen urplötzlich einen waschechten Drachen an der Angel haben und dieser zu allem Überfluss noch von der anrückenden Flotte der Japaner schwer verletzt wird, beschließen sie kurzerhand, den schuppigen Gesellen mit zu nehmen und gesund zu pflegen… eine Entscheidung, die vielleicht weitreichendere Konsequenzen haben wird, als sie zunächst erahnen können.

Im ersten Band der dreiteiligen Reihe Yin und der Drache, beschreibt der französische Szenarist Richard Marazano die Menschen und ihre Beziehungen, in dem kleinen Vorort von Shanghai und wie sie auf die Invasion der Japaner reagieren: Plötzlich steht für alle die Welt Kopf und jeder geht mit der Situation auf seine ganz eigene Weise um. Diese Welt erfüllt der chinesische Künstler Xu Yao mit seinen liebevollen Illustrationen mit Leben.

Eine spannende Geschichte, in einer exotischen Welt im Umbruch, in der sich die Mythen der Vergangenheit zu regen beginnen. Wer wissen will, wie magischer Realismus im Comic aussehen kann: Voilà!

[Hier] geht’s zur Leseprobe auf der Verlagsseite.

 

Yin und der Drache, Band 1: Himmlische Kreaturen
von Richard Marazano + Xu Yao • Übersetzung: Monja Reichert
HC • farbig • 64 Seiten • € 14,00 • Popcom

Hinweis: Dieser Bericht erschien ursprünglich in der Comixene, Deutschlands ältestem Fachmagazin für Comic und Cartoon.

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