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Avengers: Age of Ultron – Was bisher geschah

Bevor wir uns dem eigentlichen Film widmen, rufen wir uns zunächst kurz die Ausgangssituation ins Gedächtnis zurück. Im ersten Avenger-Film, beauftragte Thanos den Gott Loki, die Erde für seine Ankunft vorzubereiten. Zu seiner Unterstützung erhielt Loki einerseits ein Szepter

(anklicken um dessen Geheimnis zu enthüllen)
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Das Szepter enthält einen der sechs urmächtigen Infinity-Steine (s. Video) MEHR

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Avengers: Age of Ultron – Filmkritik

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Filmkritik

Viel zu bemängeln gibt es bei Avengers: Age of Ultron tatsächlich nicht. Der Film ist eine Urgewalt und als solche ist er atemberaubend, aufregend, treibt den Puls in die Höhe und versetzt in ehrfürchtiges Staunen.

Der Film beginnt bereits mitten in der Schlacht um die HYDRA-Festung und nimmt von dort weiterhin Fahrt auf. Wer meint, bisher alles gesehen zu haben, was die mächtigsten Helden der Erde so auf dem Kasten haben, der wird im Salventakt eines Besseren belehrt.

Konsequent baut die Handlung auf die vorangegangenen Filme auf. Ebenso konsequent, enntwickeln die Helden sich weiter. Sowohl was ihre Ausrüstung, aber auch was ihre Charaktere und die Beziehungen untereinander betrifft.

So entwickeln sich im Verlauf des Films, zarte Bande zwischen der vordergründig kühl agierenden Profiagentin Black Widow und dem schüchternen, introvertierten Bruce Banner. Beide haben mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen und stellen zugleich, sich ergänzende Gegenpole dar. Die Schöne und das Biest, das Wut-Monster und die eiskalte Killerin. Ein Team, wie es widersprüchlicher nicht sein könnte und doch spürt man förmlich, dass sich da zwei gesucht und gefunden haben.

Beziehungen sind ein klares Thema des Films. Während des Aufenthalts auf dem geheimen Landsitz, lernen wir so eine  eine völlig andere Seite an Killer-Bogenschütze Clint Barton kennen. Er hat auch noch ein Leben ausserhalb des „Jobs“.
Zwar wirkt gerade dies auf mich arg konstruiert und gezwungen, die grundlegende Idee dahinter entbehrt aber nicht eines gewissen Charms.

Andere sind dagegen wie Stein und Stahl. Wenn sie aufeinander treffen, entstehen Funken. Der Stahl ist in diesem Fall natürlich der Stählerne himself, Tony Stark. Eine getriebene Seele, die all seinen Reichtum, seine ganze Genialität und alles und jeden in seiner Reichweite dazu einsetzt, die Welt zu beschützen und zu einem besseren Ort zu machen.
Wie so häufig, wenn ein überragender Geist das Chaos in unserer Welt zu ordnen sucht, erntet er dabei nicht nur Zustimmung. Und wenn ein innovativer Geist, wie Tony Stark, auf den patriotischen Geist der Vergangenheit, in Form von Steve Rogers trifft, fliegen die Fetzen. Zwar rauft man sich angesichts des größeren Übels früher oder später wieder zusammen, doch fragt man sich unwillkürlich, wann die Funken vielleicht doch einmal eine Feuersbrunst entzünden.

Neben den besinnlichen und tiefschürfenden Momenten, gibt es dennoch stets auch etwas zu Lachen. Von witzigen Dialogen über kleine Slapstick-Einlagen, bis hin zu Szenen, die – nach allseits angehaltenem Atem – in ein erlösendes Lachen gipfeln.

Dennoch ist Age of Ultron eindeutig als Action-Film konzipiert. Die besinnlichen Momente dienen hauptsächlich zur Erholung, damit dem Zuschauer vor lauter rasanter Gefechte, dynamischer Perspektivenwechsel und bildgewaltiger Monumentalaufnahmen nicht irgendwann das Herz versagt.

Und was ist mit dem Comic-Fan? Jenem Verfechter einer nahezu hundertjährigen Tradition des Hauses der Ideen?
Der ist plötzlich wieder klein und blickt mit vor wunder weiten, unschuldigen Augen, auf die bunten Bilder, die gleichsam Tore in eine andere, eine fantastischere Welt darstellen und ihn oder sie, für ein paar atemlose Stunden, an der Seite der mächtigsten Helden der Erde die Welt einmal mehr vor dem sicheren Untergang retten.

Und auch diesem kleinen Fan gewährt man – noch ehe der Vorspann das endgültige Ende des Abenteuers verkündet – einen Jauchzer der Erlösung:

AVENGERS…

SAMMELN!

 

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10 Fun Facts zu Marvels THE AVENGERS

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10FunFacts
Als kleine Einstimmung auf den zweiten Teil der Avengers, der schon am 23. April in den deutschen Kinos anläuft, habe ich hier einmal 10 interessante, lustige oder kuriose Fakten zum ersten Kinofilm der mächtigsten Helden der Erde zusammengetragen:
1.
Robert Downey Jr. versteckte während der Dreharbeiten überall Essen auf dem Labor-Set. Dabei war er scheinbar so geschickt, dass die restliche Filmcrew es schließlich aufgab danach zu suchen und ihn gewähren ließen. Somit ist das Essen, dass Tony anderen im Film anbietet, tatsächlich Downeys eigenes und das Ganze gehörte nicht zum eigentlichen Drehbuch. Der Mann muss echt hungrig gewesen sein.Blaubeerchen

2.
Gwyneth Paltrow (1,75m) ist in allen Szenen, die im Stark Tower spielen, barfuß, während Robert Downey Jr. (1,74m) ca. 10cm hohe Plateau-Schuhe trägt, damit er größer wirkt als sie.

3.
Zwar kam es nur selten vor, dass alle Schauspieler zeitgleich am Drehort waren, doch zu einer dieser Gelegenheiten, schickte Cap-Darsteller Chris Evans an das gesamte Team eine Textnachricht, deren Inhalt Clark Gregg (Agent Phil Coulson) als die coolste Nachricht bezeichnet, die er je empfangen habe. Der Text besagter Nachricht lautete: „Assemble“ („Sammeln“). In den comics, handelt es sich dabei natürlich um Caps traditionellen Aufruf an die Avengers, sich zum Einsatz einzufinden, in diesem Fall jedoch, rief Evans seine Kollegen damit stilecht zu einer Partynacht in der Stadt zusammen.Sammeln

4.
In einem Interview mit der britischen Tageszeitung the Guardian, enthüllte Loki-Darsteller Tom Hiddleston den ursprünglichen Codenamen des Films. Er lautete „Group Hug“ („Gruppenkuscheln“).

5.
Nachdem Loki an Bord des Helicarrier gebracht wird, sieht man Tony Stark, der ein Black Sabbath-T-Shirt trägt. Die Band Black Sabbath ist bekannt für den Song Iron Man. Dieser hatte zwar ursprünglich nichts mit dem Marvel Comics-Charakter zu tun, seit seiner Veröffentlichung finden sich aber oft Anspielungen in den Comics. Und schließlich natürlich auch in dem Kinofilm Iron Man (2008), in dem Tony Stark direkt aus dem Liedtext zitiert:
„I am Iron Man.“ („Ich bin Iron Man.“)

6.
Als Tony Stark zum ersten mal auf Bruce Banner trifft, sagt er zu ihm, dass er ihn für seine Forschung zur Positronenkollision bewundert. Ein weiterer ironischer Gag seitens Tonys, der vielleicht einer genaueren Erklärung bedarf. Wenn Elektronen und Anti-Elektronen (auch bekannt als Positronen) kollidieren, vernichten sie sich gegenseitig. Bei diesem Vorgang werden hochenergetische Photonen bzw. Gamma-Strahlen frei. Diese wiederum sind ursächlich für Bruce Banners Fähigkeit, sich in den unglaublichen Hulk zu verwandeln. Wenn es also um die Erforschung der Protonenkollision geht, gibt es wohl kaum einen (wortwörtlich) größeren Experten als Bruce Banner.

7.
In Großbritannien ließ Disney den Titel des Films zu Marvel Avengers Assemble ändern, um Verwechslungen mit dem britischen Serienklassiker Mit Schirm, Charme und Melone zu vermeiden, deren Originaltitel The Avengers lautet.
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8.
Um den Chitauri einen wirklich ausserirdischen Look zu verpassen, gab man ihnen vier Daumen (zwei an jeder Hand). Das sieht man besonders in dieser Szene mit Loki (Tom Hiddleston) und dem, the Other (Alexis Denisof) genannten, Anführer der kriegerischen Alienrasse:

9.
Alexis Denisof
, wurde mit der Rolle als Wächter Wesley Wyndam-Pryce in den Fantasy-Serien Buffy – Im Bann der Dämonen und Angel – Jäger der Finsternis bekannt. Beide wurden geschaffen von Avengers-Regisseur und Drehbuch-Autor Joss Whedon. Darüber hinaus ist Denisof mit Alyson Hannigan (Willow aus Buffy, Lily aus How I Met Your Mother) verheiratet. Diese wiederum schlug Whedon ihre HIMYM-Kollegin Cobie Smulders (Robin Scherbatsky) für die Rolle der Maria Hill vor. Eine fantastische Idee, wie ich finde.

10.
Scarlett Johansson (Black Widow) und Mark Ruffalo (Bruce Banner/Hulk) haben beide am 22. November 22 Geburtstag. Chris Evans (Captain America) und Stellan Skarsgård (Erik Selvig) haben beide am 13. Juni Geburtstag.

 

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Sony und Marvel spinnen zukünftig gemeinsam

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Endlich ist es soweit! Spidey besucht schon bald das Marvel Cinematic Universe.

Anfang des Jahrtausends startete Sony mit seiner ersten Spider-Man-Kinoadaption eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Der ersten Trilogie – Spider-Man (2002), Spider-Man 2 (2004), Spider-Man 3 (2007) – folgte 2014, unter dem Titel The Amazing Spider-Man, ein Reboot mit Andrew Garfield im hautengen Rotblauen. 2014 wurden die Abenteuer des freundlichen Netzschwingers aus der Nachbarschaft mit The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro fortgesetzt. Insgesamt hat das bisher fünfteilige Franchise einen Gesamtwert von geschätzt mehr als 4 Milliarden US-Dollar und ist damit das bisher erfolgreichste Eisen im Feuer der kalifornischen Filmschmiede.

2008 stieg auch Marvel selbst in den Ring und hob mit Iron Man das bislang beispiellose Großprojekt des Marvel Cinematic Universe (MCU) aus der Taufe. 2009 kaufte Disney dann Marvel, womit der ganzen Sache nun nahezu unerschöpfliche finanzielle Möglichkeiten offenstehen.

Spätestens seit dieser Zeit, halten sich hartnäckige Diskussionen unter Comic- und Film-Fans darüber, ob wir je in den Genuss kommen werden, den Netzkopf und seine Rächerkollegen, Seite an Seite in einem gemeinsamen Streifen auf der Kinoleinwand zu erleben.

Diese Diskussionen kamen im November des vergangenen Jahres, wieder in Gang, als durch einen Hackerangriff auf Sony, Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, die darauf schließen liessen, dass Marvel und Sony, zu diesem Zweck, bereits erste Verhandlungen geführt hatten. Leider waren diese jedoch, entgegen etlicher Falschmeldungen, zunächst ergebnislos geblieben.

Gestern nun (9. Februar 2014) gaben Sony Pictures Entertainment und Marvel Studios offiziell bekannt, dass der Netzschwinger zukünftig auch ins MCU Einzug halten wird. Nach seinem ersten Auftritt in einem Marvel Film (Captain America: Civil War?), wird am 28. Juli 2017 The Amazing Spider-Man 3 in den Kinos anlaufen. Um diese Konstellation zu ermöglichen, wurden anschließend noch einige Änderungen der geplanten Kino-Termine bekanntgegeben (s. hier).

Nach eigener Aussage diskutieren die beiden Filmstudios aktuell auch über die Möglichkeit, Figuren des MCU in Spider-Man-Filmen unterzubringen.

Sollten derartige Kooperationen Erfolg beschieden sein, darf das Fandom vielleicht bald darüber spekulieren, ob und wann Fantastic Four und X-Men ins MCU integriert werden. Bislang hatte sich Lizenzinhaber 20th Century Fox eher unnachgiebig gezeigt, doch gerade die gestrigen Ereignisse zeigen, dass man die Hoffnung nie aufgeben soll.

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Baymax – Riesiges Robowabohu (Teil 1)

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BaymaxBIG HERO 6Am kommenden Donnerstag, dem 22. Januar 2015, läuft der neueste Disnefilm Baymax – Riesiges Robowabohu in den deutschen Kinos an. Insbesondere, da der FIlm auf einem Marvel-Comic basiert (Big Hero 6), habe ich ihn mir vorab schon einmal angesehen und erzähle euch auf den folgenden Seiten, worum es geht und ob der Film was taugt oder nicht.

Die Handlung

Die Brüder Hiro (14) und Tadashi (20) Hamada leben, seit dem Tod ihrer Eltern vor 10 Jahren, bei ihrer Tante Cass in San Fransokyo. Während Tadashi am örtlichen Technischen Institut (kurz Tech genannt) studiert, verplämpert sein hochbegabter kleiner Bruder seine Zeit lieber bei zwielichtigen Roboterkämpfen, wo er illegale Wetten auf die von ihm entworfenen Roboter abschließt.

Tadashi Hamada

Tadashi Hamada

Als Hiro schließlich deswegen Probleme mit der Polizei bekommt, beschließt Tadashi, seinem kleinen Bruder die Möglichkeiten vorzuführen, die einem Hightech-Nerd an der Uni geboten werden. Er stellt ihn seinen Studienkollegen Wasabi, Gogo Tomago, Honey Lemon und dem durchgeknallten Fred vor, deren Forschungsprojekte das junge Genie schwer beeindrucken. Den Höhepunkt erreicht die Führung, als Tadashi sein eigenes Herzensprojekt präsentiert: Baymax, den persönlichen Gesundheitsassistenten. Zwar ist Hiro völlig überwältigt zeigt sich aber noch immer unentschlossen. Den endgültigen Ausschlag gibt schließlich die Begegnung mit dem berühmten Wissenschaftler Professor Callaghan. Somit geht Tadashis Plan voll auf und Hiro beschließt, alles dafür zu tun, an der Universität aufgenommen zu werden.
Hierzu muss er ein eigenes wissenschaftliches Projekt präsentieren. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, langer Tüftelei und tatkräftiger Unterstütztung von Tadashi und seinen Freunden, eröffnet er dem schließlich einem begeisterten Publikum, sein Gesellenstück:

Microbots: klein aber oho

Microbots: klein aber oho

Microbots, miniaturisierte Roboter, die sich per Neurogradialem-Transmitter (einer Art robothelepatischem Stirnband) steuern und in jeder beliebige Form und Funktion verbinden lassen.
Mit dieser revolutionären Erfindung ist Hiro nicht nur die Aufnahme an der Tech sicher, auch der zwielichtige Technologie-Magnat Alistair Krei tritt mit einem verlockenden Kaufangebot an ihn heran. Sehr zu dessen Unmut entscheidet sich Hiro aber dafür, seine Erfindung nicht zu verkaufen, sondern an der Tech selber weiter an ihrer Perfektionierung zu forschen.
Kurz darauf bricht ein Feuer aus und Tadashi kommt bei dem Versuch ums leben, Professor Calaghan zu retten, der sich noch in dem brennenden Gebäude aufhält.
Mit dem Verlust seines letzten nahen Blutsverwandten, verfällt Hiro in tiefe Depression, aus der ihn überraschend, der schon fast vergessene, Baymax herausreißt. Kurz darauf entdeckt dieser, dass Hiros Microbots nicht bei dem Brand vernichtet wurden, sondern in einer abgelegenen Fabrik in Massenproduktion gegangen sind.

Wer versteckt sich unter Yokais Maske?

Wer versteckt sich unter Yokais Maske?

Hier treffen sie dann zum ersten mal auf den finsteren Yokai, einen vermummten Schurken, der scheinbar in der Lage ist, die Flut der Microbots zu steuern, um damit seine bösen Ziele zu verwirklichen.
Um herauszufinden welche das eigentlich sind und wie der maskierte Missetäter überhaupt an seine Erfindung kommt, verpasst Hiro seinem knautschigen Krankenpfleger kurzer Hand ein Upgrade und stattet ihn sowohl mit einer Schutzpanzerung als auch mit einem Kampfsportprogrammierung aus. Dermaßen ausstaffiert verfolgt das dynamische Duo das Microbot-Signal bis zum San Fransokyoter Hafen, wo sie ein weiteres Aufeinandertreffen mit Yokai nur dank der Rettung durch die Nerds von der Tech überleben.
Zuflucht finden die heroischen Sechs im gewaltigen Anwesen von Freds Eltern. Der ist nämlich nicht nur ein durchgekanallter Gammler, sondern zugleich auch noch stinkreich und ein riesiger Superhelden-Comic-Freak.
Umgeben von all den bunten Heften und Action-Figuren ist der Entschluss schnell gefasst: Will man dem üblen Superschurken Yokai das Handwerk legen, braucht nicht nur Baymax, sondern sie alle ein Upgrade.
So rüstet ein jeder sein Superhelden-Alter Ego mit ein paar Gimmicks aus seinem Forschungsprojekt und Interessensgebiet aus und fertig sind: Die Big Hero 6.

Die Big Hero 6 in voller Montur.

Die Big Hero 6 in voller Montur.

Gemeinsam ziehen sie nun in die Schlacht um San Fransokyo, um dem üblen Yokai, ein für alle Mal das kriminelle Handwerk zu legen.
Doch wer verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Kabukimaske? Und wie konnte der Schurke überhaupt Hiros verlorengeglaubte Microbots in seine Gewalt bringen?
Nun, da das noch unerprobte Heldenteam sich bereit macht, Antworten auf alle diese Fragen zu bekommen, rollen, hüpfen, fliegen und stolpern sie auf den Endkampf zu, der bekanntlich den Höhepunkt jeder wahren Superhelden-Story markiert.

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Baymax – Riesiges Robowabohu (Teil 2)

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BaymaxBIG HERO 6Technische Innovationen

Technisch gesehen ist Baymax wohl eine Meisterleistung: Während mit dem Rendering-Programm Hyperion wird die gewaltige Metropolen-Welt von San Fransokyo buchstäblich in ins rechte Licht gesetzt wird, wird sie durch die Software Denizen mit 670 individuellen Figuren bevölkert wird, die durch die Variation von Kleidung, Frisuren und Hauttönen zu einer gewaltigen Armee aus mehr als einer halben Million Individuen anwachsen.

BIG HERO 6

(v.l.n.r.) Fred, Honey Lemon, Hiro, GoGo Tomago und Wasabi

Die Akteure

    • Hiro Hamada ist der Held des Films und durchläuft in dessen Verlauf auch die heldentypische Entwicklung vom unreifen Kind, das auf eine gefährliche Reise auszieht, Abenteuer bestehen und Enttäuschungen verwinden muss, bis er schließlich am Ende seiner Suche, zum wahren Helden herangereift, ein völlig anderes Ziel erreicht als erwartet.
      Auch wenn von der Marvel-Comic-Vorlage eigentlich nicht mehr als die Namen der Akteure übrig sind, ist doch besonders das Auslöffeln selbsterzeugter Probleme (ohne Microbots kein Yokai) und das Heldsein trotz alltäglicher Probleme besonders Marveltypisch.
      Diese klassische Heldenodyssee -die innere holprige Reise des Erwachsenwerdens- manifestiert sich auch in der Handlung des Films und spiegelt sich in Hiros äußerer Erscheinung wieder. Ist er zu Beginn noch ein unreifer, nachlässig gekleideter Rebell, erscheint er am Ende des Abenteuers als strahlender Held, der durch die beschriebenen Erlebnisse innerlich gereift ist und seine neue Rolle in der Welt arrangiert hat. Alle weiteren Akteure können sowohl als selbständige (aber unwichtige) Nebenfiguren oder als (essentielle) Verkörperungen von Hiros Charakter und Entwicklung interpretiert werden.
    • Baymax ist der Sidekick und bildet mit seiner emotionslosen und unaufgeregten Art, den ruhigen Gegenpol zum aufbrausenden und aufgewühlten Hiro. Und auch wenn es natürlich komische Situationen gibt, die sich aus der Absurdität eines Roboters in der Interaktion mit Menschen ergibt, er stellt kaum mehr als ein Werkzeug dar und wächst aus dieser Rolle auch zu keinem Zeitpunkt heraus.
      Das bedeutet jedoch keineswegs, dass er die Geschichte und damit seinen Schützling Hero nicht beeinflußen würde. Denn während er einerseits, durch seine unaufdringliche Art, uns Zuschauern einen Identifikationspunkt liefert, über den wir seine Welt betreten und sie unmittelbar erleben können, ist es gerade diese naive einfache Klarheit, die Baymax‘ Stimme ein besonderes Gewicht verleiht, wenn die anderen Akteure einmal das Ziel aus den Augen verlieren. Er sieht die Welt mit den Augen eines Kindes und ist dadurch vielleicht sogar der weiseste Akteur des Films.
    • Fred ist der durchgeknallte Träumer, der sorglos in den Tag hinein lebt. Er ist ein unerschütterlicher Optimist und glaubt fest daran, dass die Welt gut und voller aufregender Erfahrungen ist.
      Fred ist der lebende Bewis dafür, dass Träume wahr werden können, wenn man nur fest genugt an sie glaubt. Er symbolisiert Hiros Glauben, der ihm Hoffnung gibt.
    • GoGo Tomago ist eine hochintelligente, selbstbewußte, attraktive Frau. Sie symbolisiert Hiros Aggression, die ihn, in die richtigen Bahnen geleitet, unaufhaltsam ans Ziel bringen.
      Leider ist Gogo ein weiterer starker, weiblicher Charakter, der trotz seines Potentials und ein paar netter Auftritte („Hör auf zu jammern und sei mal ne Frau!“), schnell nur zum flitzenden Kanonefutter verkommt.
    • Wasabi sollte ursprünglich ein mystisch angehauchter, spirituell angelegter Charakter sein, man entschied sich aber dagegen und machte ihn zu einem quengelnden Neurotiker. Damit erfüllt er das traurige Stereotyp des feigen, großmäulig dauerplappernden und irgendwan ziemlich nervtötenden Schwarzen. Somit verkörpert Wasabi vermutlich Hiros Ängste und Befürchtungen.
    • Honey Lemon ist eine weitere intelligente, charakterstarke und hübsche Frau. Sie ist stets sehr laut, extrovertiert, laut und redet viel. Und vor allem ist sie laut. Sie stellt Hiros Tatkraft und Entschlossenheit dar. Leider verkommt auch sie von einer dauerplappernden, schrillen Tussi, mit der Zeit zu einem knallbunten, mit Matschepampe werfenden Bonbon.
    • Tante Cass ist sicherlich der entbehrlichste Charakter des Films. Ohne sie würden dei beiden Brüde alleine wohnen. Das wars. Ansonsten Hat sie keine ahnung von Kindern, kocht Essen dass niemand will und umarmt ständig jemand, damit man sieht, wie herzlich sie doch ist.
      In disneytypischer Ignoranz der Trauersituation des Helden, organisiert und macht und tut sie alles, außer sich um ihren Schutzbefohlenen und dessen tieftraurige Lage zu kümmern. Kein Wort des Trostes, der Weisheit, des Mitgefühls.
      Wen wundert es da, dass der kleine sich einem sprechenden Latexballon zuwendet, um seine Trauer zu verarbeiten.
    • Professor Callaghan ist ebenfalls ein sehr flacher Charakter. Zunächst ist er das große Genie, dass von Hiro bewundert wird.
      !!!Dieser Text enthält Spoiler!!!

      Als sich dann jedoch herausstellt, dass er hinter Yokai und dem Brand in der Tech steckt, weil er sich so an Krei für das verschwinden seiner Tochter rächen will, wird der finstere Superschurke dadurch keineswegs zur tragischen Figur. Denn auch in dieser Rolle bleibt er eher flach und uninteressant.

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    • Auch Aleister Krei ist bestenfalls ein stereotyper Machtbesessener. Der typische Geschäftsmann, der über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen.
      !!!Dieser Text enthält Spoiler!!!

      Sobald sich dann herausstellt, dass er gar nicht Yokai ist, sondern von diesem verfolgt wird, weil eines seiner ehrgeizigen Projekte, einen geliebten Menschen vermeintlich das Leben gekostet hat, verkommt Krei lediglich zum fadenscheinigen Vorwand für Yokais Entstehung.

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    • Tadashi Hamada schließlich ist der Mensch, der Hiro anstrebt zu sein. Er ist ehrgeizig ohne rücksichtslos zu sein, bestimmt aber fürsorglich, intelligent, gütig, freundlich und gut.
      Nur einer solchen Vaterfigur konnte die Schöpfung eines so reinen und gütigen Wesens wie Baymax gelingen.
Bastian Pastewka leiht Baymax seine Stimme

Bastian Pastewka leiht Baymax seine Stimme

Kritik

Baymax ist ein schöner Disney-Animationsfilm in technischer vollendung. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und gerade Bastian Pastewkas Interpretation von Baymax lässt nichts zu wünschen über. Nie war ein monotoner Tonfall so rührend.
Ansonsten ist aber leider oft der furchtbare deutsche Titel auch Programm: Riesiges Robowabohu.
Das Durcheinander an Schauplätzen, Akteuren, Wendungen und Action verkommt irgendwann zu einem kunterbunten Mix, der in der Erinnerung zwar noch als ein teils Rühriges, teils spaßiges Etwas zurückbleibt, insgesamt aber nur die zweistündige Entstehungsgeschichte eines Superheldenteams darstellt, das letztlich nur aus einer einzigen Person besteht.
Betrachtet man die Geschichte aber als Coming-of-age-Metapher und legt den Fokus auf Hiro und seine Entwicklung, kann es gelegentlich sogar zu einer Gänsehaut kommen, welche über die blassen Charaktere und die teils abstruse Handlung hinwegsehen lässt.

Fazit

Baymax ist ein toller Film für groß und klein, für Zeichentrick-, wie für Superhelden-Fans. Wer sich von dem Wust an allem nicht überwältigen lässt, der hat auch noch Spaß genug daran, den Abspann abzuwarten und sich die ulkige Post-Credit-Szene anzuschaun.
Bonbonbuntes Popcornkino für die ganze Familie.

Übrigens…

… sind sowohl Baymax als auch der süße Vorfilm Liebe geht durch den Magen je für einen Oscar in den Kategorien Bester Animationsfilm und Bester animierter Kurzfilm nominiert.

UPDATE (23. Februar 2015)

Bei der 87. Oscar-Verleihung erhielt BAYMAX – RIESIGES ROBOWABOHU einen Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm.

Auch LIEBE GEHT DURCH DEN MAGEN ging natürlich nicht leer aus und räumte den Oscar für den besten animierten Kurzfilm ab

Baymax startet am kommenden Donnerstag, den 22. Januar 2015 in deutschen Kinos.


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10 Fun Facts zu GUARDIANS OF THE GALAXY

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GOTGMit einem weltweiten Einspielergebnis von über 772 Millionen US-Dollar ist GUARDIANS OF THE GALAXY der zweiterfolgreichste Film des Jahres 2014 (über den ersten Platz reden wir lieber nicht *schauder*). Nachfolgend habe ich ein paar spannende, lustige und kuriose Hintergrundinfos zusammengetragen, mit denen du auf einer Party auch den größten Marvel-Film-Fan beeindrucken kannst:

  1. Das Team von Produktionsdesigner Charles Wood entwarf und baute mehrere große Sets für GUARDIANS OF THE GALAXY. Das Weltraumgefängnis Kyln war dabei die größte Kulisse des Films: ein 360-Grad-Set, das über drei Ebenen verlief, aus über 150.000 Kilo Stahl bestand und eine technische Meisterleistung war. In der Postproduktion wurde das Gefängnisschiff sogar noch einmal um über 60 Meter verlängert.
  2. Laut Regisseur James Gunn war Chris Pratt so gut, beim Casting für die Rolle des Peter Quill, dass er bereit gewesen währe, diesem die Rolle trotzdem anzubieten, selbst wenn er nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit an Muskeln zu und an Gewicht abnehmen würde. Weiter scherzt Gunn, dass er willens gewesen sei, Pratt per CGI ein Sixpack zu verpassen (Anm. d. Autors: kennt man ja aus 300). Pratt bat Gunn jedoch um sechs Monate, um sich in Form zu bringen und 25 Kilo abzunehmen. Am Ende der Frist, hatte Pratt sogar ganze 60 Pfund verloren und auch die anderen Nebenwirkungen des Trainings können sich durchaus sehen lassen.
  3. Besonders ulkig ist der Umstand, dass Gunn sich ursprünglich Pratts Casting gar nicht ansehen wollte und erst von seinem Assistenten dazu überredet werden musste. Danach genügten Pratt allerdings bereits 30 Sekunden, um zu entscheiden, dass Pratt die perfekte Besetzung für die Rolle sei.
  4. Regisseur James Gunn bestätigte via Twitter, dass der Name von Peter Quills Schiff „Milano“ lautet und nach Schauspielerin Alyssa Milano (Wer ist hier der Boss, Charmed), Peter Quills Jugendschwarm benannt ist.
  5. Als Einflüsse für seine Darstellungsweise als Star-Lord, gab Chris Pratt die Filmhelden Han Solo (Star Wars) und Marty McFly (Zurück in die Zukunft) an.
  6. Als Dave Bautista erfuhr, dass er die Rolle als Drax der Zerstörer erhalten hatte, brach in Tränen aus, so erfreut war er, eine Rolle in einer Marvel-Comicverfilmung bekommen zu haben. Anschließend meldete er sich umgehend für zusätzlichen Schauspielunterricht an, um sich auf die Rolle vorzubereiten.
  7. Die Lebensgeschichte von Drax erzählt sich über seine Tätowierungen und Ritzungen am ganzen Körper. Dafür musste Schauspieler Dave Bautista jeden Tag vier Stunden lang in der Maske stehen, denn Sitzen war bei diesem Verfahren nicht möglich. Insgesamt waren fünf Mitarbeiter damit beschäftigt, das 18-teilige Prothesen-Make-up von Drax aufzutragen. Am Ende der Dreharbeiten hatte Bautista zusammengenommen sieben komplette Tage in der Maske verbracht.
  8. Der Special Effects Make-up-Designer David White wurde mit der Aufgabe betraut, ein lebensgroßes 3D-Modell von Rocket und eine Büste von Groot zu kreieren. Diese dienten am Set nicht nur als Referenz für die visuellen Effekte und die Beleuchtung, sondern auch, um zu sehen, inwieweit eine Interaktion mit den Figuren tatsächlich funktionieren könnte.
  9. Damit man auf der ganzen Welt seine Stimme im Film verwenden konnte, nahm Vin Diesel den Satz „Ich bin Groot“ in verschiedenen Sprachen auf, darunter Russisch, Mandarin, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch und Französisch.
  10. Die Tanzbewegungen des Groot-Sprössling zu den klängen des Liedes „I Want You Back“, basieren auf Aufnahmen, die man zuvor von Regisseur James Gunn anfertigte.

Mit GUARDIANS OF THE GALAXY erweitert die Erfolgsschmiede Marvel ihr filmisches Universum um einen Superhelden-Blockbuster, der heute schon Kultstatus innehat. Machen euch bereit für ein abgefahrenes Weltraumabenteuer mit der irrwitzigsten Heldentruppe aller Zeiten!

Quellen: imdb, Walt Disney Studios Presseservice


Übrigens erscheint GUARDIANS OF THE GALAXY am 08. Januar 2015 auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray und ist bereits ab dem 23. Dezember 2014 digital erhältlich.

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