Meine Comic-Lesetipps 2015 (Tagesspiegel)

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Comics Rezensionen, Besprechungen & Kritiken Tagesspiegel

Auch in diesem Jahr habe ich wieder drei Lesetipps für euch:

Sunstone/Sonnenstein (Image / Panini):
Erneut hat sich ein Werk des kroatischen Künstlers Stjepan Šejić in meine Bestenliste eingeschlichen. Und das völlig zu Recht. „Sunstone“ ist eine Liebesgeschichte der besonderen Art. Nicht, weil es hier um lesbische Liebe geht oder um BDSM, sondern weil uns der Autor und Künstler mit diesem Werk vor Augen führt, dass wir alle nur Menschen sind. Niemand ist so perfekt, wie er sich vielleicht nach außen geben mag. Wir alle sind zutiefst verletzliche, unsichere Wesen. Doch immer dann, wenn wir den Schritt ins Leere wagen, die Reise ins Unbekannte antreten, allen Mut zusammennehmen und uns einem anderen Menschen völlig öffnen, können wir etwas finden, was jegliches Risiko wert ist: die eine große Liebe.

Steam Noir (Cross Cult):
Mit Band 4 der Dampfpunkreihe des dynamischen Schöpferduos Felix Mertikat und Verena Klinke neigt sich die Reise durch die Äthernebel dem Ende zu. Tote, die auf unerklärliche Weise ins Leben zurückkehren und dabei bizarre Verzerrungen der Realität verursachen, lebendige Mechandros und dampfbetriebene Cyborgimplantate sind nur ein paar der Elemente, die „Steam Noir“ einzigartig und lesenswert machen. Begleiten wir Maschinenmensch Herrn Hirschmann, Bizarromant Lerchenwald und eine ganze Welt voller faszinierender Individuen auf dem letzten Stück des Weges. Es lohnt sich!

Perry Rhodan (Cross Cult):
Für die relativ neue Comic-Serie Perry Rhodan möchte ich aus dem gleichen Grunde meine Stimme abgeben, aus dem Obama den Friedensnobelpreis und Bushido den Bambi für Integration erhalten hat, in der Hoffnung, dass hier etwas geleistet wird und dass sich ein Potential entfaltet. Seit bald 55 Jahren erscheinen Woche für Woche die Abenteuer des größten deutschen Science-Fiction-Helden am Kiosk. Trotz internationaler Vermarktung, trotz Videospielen, Fernsehfilm, ergänzenden Romanen, Hörspielen usw. fristet der „Erbe des Universums“ ein unverdientes Schattendasein in den Wohnzimmern und Kellern der alternden Leserschaft. Ich hoffe, dass Cross Cults Comic-Adaption den unsterblichen Terraner aus den verqualmten Lesesesseln ins Licht der Öffentlichkeit teleportiert und dort auf fruchtbaren Boden, bei einer neuen, aufgeschlossenen Fangeneration trifft.

 

Meine Lesetipps des vergangenen Jahres findest du hier.

(Quelle: Dieser Text wurde ursprünglich auf der Seite tagesspiegel.de veröffentlicht)

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